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Kaufmannsläden
Der Kaufmannsladen stellt eine Miniaturwelt dar, in der die Kleinen die Geschäftigkeit der Großen perfekt bis ins Detail nachahmen und ein Holzspielzeug der ganz besonderen Art. Die ersten Kinder-Kaufläden wurden im 17. Jahrhundert angefertigt. Zunächst individuell und häufig in Eigenarbeit gestaltet und gebaut, entstanden im 19. Jahrhundert Firmen, die sich auf die Herstellung von Kaufmannsläden spezialisierten. Die Grundausstattung: eine Waage, Papiertüten für die losen Waren, eine Kasse mit Münz- und Papiergeld, Flaschen, Gläser und Schachteln mit allseits bekannten Logos, alles im Miniaturformat natürlich, gehört zum zeitlosen Inventar eines Spielzeugladens, der häufig vom Aufbau an den guten alten „Tante-Emma-Laden“ erinnert. Auch heute werden die meisten Läden aus Holz gefertigt. Manche sind schlicht und übersichtlich gestaltet, andere verraten die Liebe zum Detail und sind wahre Kunstwerke sowie ein Abbild ihrer Epoche.
Viele "Kaufläden sind an Lebensmittelgeschäfte mit breitem Sortiment angelehnt, aber es gab von Beginn an auch Fachhandlungen wie Modegeschäfte, Apotheken u.a. Verkleinerte Warenpackungen und Warennachbildungen schaffen eine „echte Realität“: Lebensmittel, Obst, Gemüse, Getränke, Reinigungsmittel, Körperpflegeartikel usw., die jedes Kind schon kennt oder gerade kennen lernt. Auch Probepackungen und kleinformatige echte Produkte können verwendet werden.
Der Kaufladen ist ein Spielzeug für Mädchen und Jungen – und war es stets, sieht man einmal von Läden mit spezifisch weiblichem Angebot ab. Kinder, die im Kaufmannsladen spielen, lernen mit Geld und Zahlen umzugehen, sie entdecken ihr eigenes Ordnungssystem und sie üben im Rollenspiel „Geschäfte machen“. Phantasie und Eigeninitiative sind stark gefordert. Wenn sich gerade kein anderes Kind zum Mitspielen findet, werden Puppen, Stofftiere oder sonstige Figuren zum Einkaufen „verdonnert“. Dass heutzutage kein Supermarkt mehr so aussieht wie ein alter Holzkaufmannsladen, erweitert den Horizont, schafft Raum für Fragen und Gespräche. Die alte Form der Kaufläden hat sich bislang nicht grundlegend geändert – nur vereinzelt findet man Anlehnungen an moderne Supermärkte mit Rollband und Kreditkartenleser. Es ist denkbar, dass bei dieser Ausstattung das Spielerische und Kommunikative verloren geht, das Kinder eigentlich an dem Spiel reizt.

 

 

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